Brust-Diagnostik

Einführung

Der Brustkrebs ist die häufigste bösartige Tumorneubildung der Frau, wobei die Zahl an Erkrankungsfällen seit  Jahren zunimmt.

Früherkennung ist wichtig

Je früher die Diagnose gestellt wird, desto eher kann ein brusterhaltendes operatives Vorgehen gewählt werden, und desto besser sind auch die Aussichten auf vollständige Heilung. Bei Verzögerung der Behandlung kommt es zur Ausbreitung von Krebszellen und damit zur Verringerung der Chancen. Aus diesem Grund kommt der Früherkennung besondere Bedeutung zu.

Grundlagen für eine Früherkennung

  • Selbstuntersuchung durch Abtasten der Brust
  • Untersuchung durch den Arzt
  • Mammographie
  • Ultraschalluntersuchung der Brust


Selbstuntersuchung der Brust

Das regelmäßige, d.h. monatliche Abtasten und Beobachten der Brust sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Bei Frauen im geschlechtsreifen Alter ist der ideale Zeitpunkt zur Selbstuntersuchung knapp nach Ende der Monatsblutung.( 5. Zyklustag)
Werden dabei Veränderungen festgestellt, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen.

Wie untersucht man?

1. Vor dem Spiegel stehend sehen Sie Ihre Brust an und kontrollieren Größe und Form der Brüste, Veränderungen der Haut und der Brustwarzen. Sie heben die Arme hoch über den Kopf, die Brüste müssen der Bewegung folgen, die Brustwarzen gleich hoch stehen. Diese Bewegung macht man frontal, seitlich rechts und seitlich links. Dann stemmt man die Hände fest in die Hüften und schaut die Brüste wieder von allen Seiten an.

2. Untersuchung im Liegen:

Rücken evtl. über einem Kissen nach hinten durchbiegen. Arm der Seite, die untersucht werden soll, stark nach oben hinten heben. Die flach auf der Brustwand aufliegende Brust mit den aneinanderliegenden Fingerflächen der gegen gegenseitigen Hand ringsum abtasten.

Den mittleren Bezirk um den Warzenhof nicht vergessen. Beachten Sie besonders, ob sich unter der Haut Teile der Brust nur schwer verschieben lassen.

3. Untersuchung im Sitzen oder Stehen:

Man neigt den Oberkörper locker etwas nach vorn und ein wenig zur Seite, die man untersuchen will. Hand der gleichen Seite leicht anhebend unter die Brust legen. Mit aneinanderliegenden Fingern der anderen Hand die Brust streichend-tastend abfühlen ohne einen Bereich auszulassen.

Schließlich die Brust mit gegeneinanderspielenden Händen nochmals abtasten. Brustwarze mit den Fingerspitzen umgreifen, abfühlen, wobei man zugleich in die Tiefe drückt.

4. Zum Abschluß:
Untersuchung der Achselhöhlen jeweils mit der gegenseitigen Hand, um die dort liegenden Lymphdrüsen zu kontrollieren. Die Untersuchungen sollen mit leichter Hand und zartem, evtl. streichendem Druck gegen die Unterlage der Brustwand oder der anderen Hand erfolgen.


Warnsignale sind:

  • derbes Gewebe oder Knotenbildung
  • eingezogene Brustwarzen oder Haut
  • Rötungen und rauhe Oberfläche der Brustwarze,
  • bräunliche oder blutige Absonderungen
  • vergrößerte Lymphknoten am Rand der Brust oder in den Achselhöhlen
  • Veränderungen in Form, Größe und Beweglichkeit der Brüste.

Bei jeder gynäkologischen Untersuchung sollte auch eine Untersuchung der Brust vorgenommen werden.

Nicht jeder Knoten, den Sie oder der Arzt entdecken, muß bösartig sein. Oft handelt es sich um flüssigkeitsgefüllte Knoten (sogenannte Zysten) oder Drüsengewebsknoten (sogenannte Fibroadenome).

Mammographie

Die wichtigste Maßnahme zur Früherkennung ist die Mammographie (spezielle Röntgenuntersuchung der Brust). Ab dem 35. Lebensjahr sollte deshalb bei allen Frauen eine Basismammographie vorgenommen werden, ab dem 40. Lebensjahr wäre die Durchführung einer Mammographie in regelmäßigen Abständen wünschenswert.( ein oder zwei Jahre)

Die Mammographie ist das effektivste Verfahren, mit dem Brustkrebs bereits in einem Stadium erkannt werden kann, in dem er weder tastbar ist, noch irgendwelche Symptome hervorruft.

In Fällen, in denen bereits Veränderungen zu tasten sind, lassen sich durch Mammographie mit großer Treffsicherheit gutartige von bösartigen Tumorbildungen unterscheiden.

Oft gestellte Fragen zur Mammographie!

Besteht eine Gefährdung durch den Druck des Gerätes?

Die Brust muß bei der Röntgenuntersuchung im Aufnahmegerät vorsichtig zusammengedrückt werden. Die manche Frauen empfinden dabei Schmerzen, die durch den Druck der Maschine hervorgerufen werden und unvermeidbar sind. Dem Nachteil dieser kurzfristigen Mißempfindung steht die Chance gegenüber, einen Brustkrebs rechtzeitig zu erkennen.

Keinesfalls wird also ein Knoten, wie es gelegentlich von Laien vermutet wird, erst durch Mammographie bösartig oder gar durch sie hervorgerufen.

Besteht eine Gefährdung durch die Strahlendosis?

Die technische Entwicklung der vergangenen Jahre hat zu einer beträchtlichen Reduzierung der für die Untersuchung notwendigen Strahlendosis geführt.
Die modernen Geräte und Filme halten die Strahlenbelastung der Mammographie nunmehr so gering, daß sie mit der Strahlenbelastung eines Transatlantikfluges verglichen werden kann.

Bei Flüssigkeitsabsonderungen aus der Brustwarze empfiehlt sich eine zusätzliche Röntgenuntersuchung, nämlich die sogenannte Galaktographie. Bei diesem Verfahren werden röntgendichte Substanzen in die Milchgänge eingespritzt.

Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie)

Mittels Ultraschall kann eine Unterscheidung getroffen werden, ob es sich bei der Tumorbildung um flüssigkeitsgefüllte Zysten oder Drüsengewebsknoten handelt.

Behandlung

Das weitere therapeutische Vorgehen richtet sich nach dem histologischen Befund.
Heute trachten die Mediziner, brusterhaltend zu operieren. Je früher ein Brustkrebs erkannt wird, desto größer ist die Chance, die Brust bei der Operation zu erhalten. In diesen Fällen ist im Anschluß an die Operation obligat eine Strahlentherapie erforderlich. Zusätzlich zu diesen lokalen Behandlungsmaßnahmen wird bei bestimmten Fällen eine medikamentöse Nachbehandlung in Form einer Hormon- oder Chemotherapie notwendig sein.

Sollte die Entfernung der Brust unvermeidbar sein, so kann später durch plastisch-chirurgische Maßnahmen ein kosmetisch akzeptables Ergebnis angestrebt werden.
Brusterkrankungen und im besonderen bösartige Brusterkrankungen stellen immer auch eine seelische Belastung dar. Der Kontakt zu ebenfalls Betroffenen, z. B. in den Selbsthilfegruppen, sowie die begleitende psychologische Betreuung durch Ärzte, Pflegepersonal und speziell ausgebildete Psychoonkologen hilft, diese Belastung zu bewältigen.

Auf der Seite www.mammakarzinom-info.de finden Sie weitere Informationen über die Grundlagen der Tumorentstehung, der Diagnostik, Risikofaktoren und Früherkennung.